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Holger Lassen

Holger Lassen

Selbstdarstellung

"Meine plastische Arbeit entwickelt sich nach dem Vorbild der Natur. Sie bildet die Grundlage zur Realisierung der eigenen inneren Vorstellung. Ihre Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und diese mit bildhauerischen Mitteln gestalterisch umzusetzen, ist mein An­liegen. Wer zur Wahrheit durchdringen will, muss die Wirklichkeit hinter sich lassen, d.h. eine Übersetzung der Natur in die Sprache der Kunst ist notwendig.

So gehe ich grundsätzlich vom einmaligen persönlichen Fall aus, vom Hinschauen auf das Individuelle. Daraus erwächst mein Bestreben, zum Allgemeingültigen zu finden; aus der individuellen Besonderheit zur Gesetzmäßigkeit, zur Formel, vom Abbild zum Sinnbild. Anschauung und innere Vorstellung bilden die Komponenten für gestalterische Kraft.

Insofern gilt es, gleichsam unbestechliche, abstrakte Kriterien zu finden, und zwar durch die Erarbeitung bildhauerischer Ausdrucksmittel, die einer Plastik zur inneren Wahrhaf­tigkeit und nachhaltigen Gültigkeit verhelfen.

Wie eine Gebäudearchitektur baue ich die Formen aufeinander und gebe der Figur da­durch Festigkeit. Die Korrespondenz von Maßeinheiten(Längen, Winkel, Zwischen­räume, Volumen, Querschnitte)bilden den Rhythmus und veranschaulichen Bewegung. Plastik ist die Kunst der Massen im Raum, hier dreht sich alles um Gewichte und Propor­tionen. Ihr geheimes Gleichgewicht gilt es zu finden. Auch einer dynamischen Bewe­gungskomposition (Zieleinläufer, Schreitender Wallach) muss ich tektonischen, statuari­schen Halt geben.

Meine Arbeiten wirken durch Zurückhaltung und Unaufdringlichkeit, wodurch sie gleichsam Tiefe wie Würde ausstrahlen. Die Hinwendung zur strengen Form, zur zusammenfassenden Kontur und zur unversehrten Figur birgt etwas Zeitloses. Eine in sich ruhende, vom all­täglichen Treiben abgekehrte individuelle Welt kommt zum Ausdruck. Aus der Einzigar­tigkeit und Würde jeder Kreatur entspringt ihre Schönheit, ihre Seele spiegelt sich in ih­rer körperlichen Erscheinung wider. Insofern ist es mir wichtig, mehr darzustellen, als nur das, was ich sehe und was auch der Fotoapparat aufzeichnen könnte.

Die Reduktion der Körperlichkeit unterstützt den statuarischen Charakter, so sind Arme, Beine, Rumpf und Kopf aus klar überschaubaren, von stereometrischen Grundkörpern entwickelten, Formen gegliedert.

Oberflächliche Effekte vermeide ich. Die vibrierende, sensible Oberfläche entsteht aus der handwerklichen Bearbeitung des Materials und dient nicht einem ästhetisch-dekorativen Ausdruck.

In der Gestaltung der Figur versuche ich das Thema zu konzentrieren. Ich suche nach dem fruchtbaren Moment, nach der Formel, in der sich Vergangenes und Zukünftiges manifestieren, in der sich eine ganze Geschichte ausdrückt."

 

 

Vita

Herstellung eines überlebensgroßen Reiterstandbildes „Jeanne dÀrc“, Auftrag aus den USA
Gestaltung und Realisierung einer überlebensgroßen Grabfigur „Vanitas“ für ein Mausoleum auf dem Nordfriedhof in Minden
Art Karlsruhe
Bildhauersymposium zur Erweiterung des Skulpturenpfades in Rednitzhembach
Einladung zur Probevorlesung anlässlich der Neubesetzung des Lehrstuhls für „Grundlagen plastischen Gestaltens“ an der Fachhochschule Detmold/Fachbereich Architektur
Erscheinen des ersten Werkkataloges, Herausgeber Dr. Heribert Ballhaus, Text Matthias Mende, Dr. Ariane Mensger
Mitglied des Künstlersonderbund in Deutschland 1. Preis und Ausführung der lebensgroßen Pferd/Reiterin - Plastik „Reitende Alexandrine“ für den neu gestalteten Alexandrinenplatz in Ludwigslust
Große Halbfigur/Büste des Theologen Philipp Spitta, Stadt Peine
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Elementares Formen, Fachbereich Architektur, bei Prof. Jürgen Weber - Technische Universität Braunschweig (Unterrichtung von Architekturstudenten im Bereich Grundlagen plastischen und räumlichen Gestaltens und Aktzeichnen)
freischaffend tätig
Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Chr. Höpfner, Meisterschüler
Steinmetzlehre in Fürth, Fa. Heinz Siebenkäß
in Tennenlohe (Erlangen) geboren

 

Ausstellungen (Auswahl)

„Innenansichten-Weltbetrachtungen, Gegenständliche Kunst in Deutschland, Berlin (zusammen mit, u.a. Neo Rauch, Willi Sitte, Johannes Grützke...)
Galerie Schiffler, Bad Soden (E)
Kreismuseum, Peine (E)
Deutsche Bank, Hannover (zusammen mit Hinrich Storch)
Galerie J. Pfaff (zusammen mit Vera Lassen), Schwarzenbruck bei Nürnberg
Galerie KunstWerk, Braunschweig (E)
Jubiläumsausstellung 20 Jahre Künstlersonderbund in Deutschland, Uferhallen, Berlin